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JoS

http://dfmge.blogspot.com

Samstag, 04-09-10 03:32

Traurig, einfach nur traurig. Ihrem Erfolg des Zeitungslesens möchte ich nichts entgegenstellen, aber noch immer gehören über 50% der Studis nicht auf eine Universität. Vorallem Lehrämtler, WiWis und Mathematiker neigen im Übrigen zur Bild. Grausam...

 

VonFernSeher

http://vonfernseher.de

Samstag, 04-09-10 07:15

Wenn Sie darüber reden wollen, dass Menschen Probleme haben, komplexe und/oder lange Texte vom Bildschirm zu verarbeiten, dann müssen Sie auch ehrlich über die Gründe reden. Die haben nämlich überhaupt nichts mit dem Internet oder den Digital Natives, die sich nicht mehr konzentrieren können, zu tun, sondern meist simpel mit der Position und Ausleuchtung der Bilidschirme.

Haben Sie schon einmal versucht, eine von einer Lampe angestrahlte, an der Wand fixierte Zeitung konzentriert zu lesen? Es wird recht bald sehr gute Bildschirme geben, die man auch auf den Tisch legen kann und die ganz ohne Hintergrundbeleuchtung auskommen oder intelligenter beleuchtet werden. Bis dahin werde ich wohl noch ab und zu Texte zur Rechtschreibkorrektur ausdrucken müssen.

Mit Zeitungen hat das wohl kaum zu tun. Wenn man keine Lust hat sich manchen Text auf den Netzportalen der Verlage durchzulesen, liegt's ja vielleicht auch am Text. Wäre doch möglich.

 

Dave Gööck

Sonntag, 05-09-10 14:09

sonntag füh,... äh mittag. ich lieg mit dem notebook auf dem schoß im bett auf meinen täglichen streifzügen durchs netz und auf der suche nach interessanten informationen. - dabei stürze ich mich auf alles, was mich spontan anspricht und verlasse ebenso schnell wieder, was mich bei oberflächlicher betrachtung nicht reizt.
eigenartiger weise habe ich bei diesem beitrag länger verweilt, ihn mir am monitor meines verspiegelten displays durchgelesen, mit einem reflektierenden fenster im rücken. man könnte fast sagen, unter erschwerten bedingungen... trotzdem habe ich während des lesens nicht im geringsten das bedürfnis, diesen text auszudrucken. ich kam auf die seite, konnte den text schlecht lesen, drückte ein paar mal strg++ und schon ist der text so groß, dass ich ihn aus einiger entfernung und ohne weitere anstrengung für die augen bestens lesen kann. (textzoom in zeitungen?)

ich lese auch umfangreiche texte bis zu fachbüchern lieber am rechner, als als hard copy. (abgesehen von romanen, die verabreiche ich mir meist nach wie vor in papierform, da ich mich noch nicht zu einem ebook-reader durchringen konnte.) bei büchern und langen texten kann ich hier schnell und einfach umfangreiche notizen machen, im text suchen, falls ich frühere stellen noch einmal ansehen möchte, etc. - und neue endgeräte erhöhen den komfortfaktor weiter.

bezogen auf den speziellen kontext "nachrichten" oder vielleicht "aktuelles", ist es für mich inzwischen fast unverständlich, warum ich mir ein printmedium zu gemüte ziehen sollte. sicher ist mein leseverhalten ganz anders. in einer zeitung bin ich viel eher geneigt einen artikel komplett zu lesen. im netz gibt es massenhaft von informationen, wo ich kaum über den titel hinauskomme. manchmal liegt es am schreibstil, manchmal am konkreten inhalt.

das besonders schöne daran ist für mich, dass ich den prozess des aufnehmens von informationen jederzeit auf meine bedürfnisse anpassen kann. ich kann sogar einen langen und vielleicht für kaum jemanden interessanten kommentar zu einem text schreiben, nur weil ich gerade spontan den impuls empfinde, meine gedanken dazu zu formulieren. in anderen fällen schicke ich den text weiter an andere, die ihn spannend finden könnten oder archiviere ihn mir, wenn ich ihn später noch einmal lesen möchte.

wenn ich inzwischen eine zeitung oder ein magazin lese, komme ich mir häufig seltsam eingeschränkt vor. wie oft hätte ich gern schon die volltextsuche in einer zeitung genutzt, den text vergrößert, den artikel direkt an einen freund geschickt, etc. - sicher lese ich im netz vieles viel weniger aufmerksam, als in einem pdf oder in einem buch. dafür lese ich anderes aufmerksam, zu dem ich sonst nie einen zugang erhalten hätte.

die aussage, dass viele texte am monitor nicht so gut lesen können, wie auf papier halte ich für einen irrtum. die leute lesen so unendlich viel text am bildschirm. jeden tag. in tausenden von nachrichten bei facebook, skype, icq, mail, blogs, twitter, ... einen zusammenhängenden text am monitor zu lesen kann also kein prinzipielles problem sein. ich denke eher, dass es eine art kulturelles erbe ist. eine art glaubenssatz, der mit der zeit und der weiteren technischen wie kulturellen evolution herauswachsen wird.

die beschreibung einer informationellen fast-food gesellschaft mit der unterstellung einer minderwertigen qualität der wahrnehmung halte ich für weit gefehlt. die kultur sich zu informieren und informationen zu selektieren ändert sich gravierend, doch die oben genannten nachteile kann ich daran nicht sehen. ich denke, hätten ihre studenten den artikel "Von der Droge zum Dogsitter" von einem "freund" auf twitter oder facebook "empfohlen" bekommen Und wären diesem link aus Eigener motivation heraus gefolgt, hätten sie keinerlei schwierigkeiten gehabt, den text auch online komplett zu lesen. - da gehe ich jede wette ein!

es ist es eben häufig noch üblich, mit lehrmaterialien in papierform zu arbeiten, in der bibliothek bücher zu lesen, etc. da ist es verwirrend, wenn man plötzlich dazu aufgefordert wird, diese materialien während der veranstaltung am monitor zu lesen. wahrscheinlich fühlt es sich schon allein deshalb unwohl an, weil es von dem gewohnten abweicht. der aufbau des "experiments" war in meinen augen eher manipulativ, weshalb es eher zeigt, wie abhängig neigungen von der umgebungssituation sind, als dass es uns irgendwelche belastbaren informationen über das für oder wieder von zeitungen beschert. - ich schätze zwar, dass ein großteil der leser des textes beim lesen wohl zustimmend genickt hat, doch die metamorphose vom papier zum bildschirm braucht eben ihre zeit. die umgewöhnung auf die intuitive nutzung der methoden und mittel zum umgang mit den neuen techniken zur aufnahme von informationen müssen sich erst einmal etablieren. wir stecken zur zeit eher in einer selbstfindungsphase, doch in ein paar jahren werden wir es uns kaum noch vorstellen können, informationen aufzunehmen, ohne jeden querverweis und jede zusatzinfo nur ein zucken (z.b. mit dem finger) entfernt zu wissen und die dynamik der fähigkeit zur unmittelbaren beeinflussung des eigenen informationskontexts zu erleben.

zur veranschaulichung zum schluss:
ich bin auf diesen artikel gestoßen, weil ich beim durchforsten meines news aggregators (1) auf einen artikel auf heise online (2) gestoßen bin, der mich angesprochen hat (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Was-war-Was-wird-1072659.html). er war gespickt mit querreferenzen zu allen möglichen informationen. von einigen wusste ich bereits, einige sagten mir nichts, doch ich fand sie nicht spannend und (u.a.) diese hier habe ich angeklickt, aus neugier, was sich dahinter verbirgt. durch diesen artikel (3) motiviert habe ich nach "Von der Droge zum Dogsitter" (4) gesucht und diesen artikel zumindest noch überflogen. - das sind 4 stufen, von denen es die erste im print gar nicht gegeben hätte und ich die dritte und vierte niemals wahrgenommen hätte.

mit neuen medien muss man umgehen lernen und wir sind auf einem guten weg. ein bewusster und kritischer umgang damit kann sicher nicht schaden. zurückrudern mit dem blick auf die gute alte hard copy kann allerdings dazu führen, sich am ende frustriert über den "neumodischen quatsch" zu ärgern, der immer nur ein hindernis darstellt, weil man (vor lauter glaubensblockade) nie gelernt hat damit umzugehen. - ob das vorteilhaft ist? was diese kluft wohl für eine gesellschaft bedeutet? - das möchte ich hier dann doch mal unbeantwortet lassen...

- übrigens lese ich gerne bücher und ich habe bspw. die c't im abo. ich lese also auch auf papier ;) - (auch wenn ich vieles davon lieber elektronisch lesen würde...)

viele grüße und danke fürs lesen :) (und vielleicht auch ausdrucken ;) )
dave gööck

 

Tobias

Sonntag, 05-09-10 14:13

Je nach Wohngegend, kann man seine Journaille wunderbar aus den blauen Tonnen beziehen, meist schon am Folgetag. Dabei fällt auf, das viele Exemplare, gerade dabei die der Flaggschiffe, oft ungelesen in den Recyclingkreislauf eintreten. Aber so ein Abbo gehört eben in manchen Kreisen zum Statussymbol des Informiertseins. Dafür aber eine hervorragende Möglichkeit zur Beschaffung.
Zeitversetzt Zeitungen zu lesen birgt außerdem den ungemeinen Vorteil des Vorfilterns von wirklicher Relevanz.. Denn wenn man die verschiedenen (des Überblicks halber) Druckwerke alleine eines Tages mal vernünftig lesen wollte, so käme dafür wohl eher der Sonntag in Frage.

 

Tobias

Sonntag, 05-09-10 14:28

Ich kann mich hier Dave Gööck nur anschließen. Sehr gute Ausführung eines (ebenso meines) anderen Blickwinkels auf die Sache. Wobei für Zeitungen gibt es auch Textzoom, Lupe genannt ;).
Ein problem ist sicher auch das höherwertiger bzw. gründlicher Journalismus im Netz nur gegen klingende Münze zu haben ist. Und das am Beispiel SPONs z.B. zu absurden Preisgestaltungen. Micropayment ist da wohl kein Begriff gewesen. Für ein schönes Dossier sollte man dann in elektronischer Form 2 Euro und mehr berappen. So setzt sich eben von selbst der Häppchenjournalismus durch bis auf Bereiche die ohne kommerziellem Anspruch von Freiwilligen erstellt werden oder auf die Firmen welche eine andere Vorstellung vom revenue stream haben.

 

Gegenwartsanalyst

http://www.gegenwartsanalyse.de

Sonntag, 05-09-10 16:52

Und die anderen 34 Studenten haben ihr Studium geschmissen?

 

Rocko J. Fonzo

Sonntag, 05-09-10 18:54

"Journaille" trifft es prächtig, danke, habe sehr geschmunzelt. Solange die Journaille lediglich dpa-Meldungen abschreibt statt ernsthaft zu recherchieren, solange investigative Journalisten ihren Job verlieren, wenn sie schreiben, was sie herausfanden, solange 5 Medienzare weltweit, denen die "Journaille" heutzutage gehört, der Öffentlichkeit ihre üblen Weltbilder aufzuzwingen versuchen, solange werde ich keinen Cent ausgeben für irgendein Produkt dieser sehr zutreffend bezeichneten "Journaille". Und ich kenne viele, die sich aus genau diesen Gründen ebenfalls verweigern. Die Einheits-Desinformationsblätter werden aussterben, das ist eine unaufhaltsame und durchaus begrüßenswerte Entwicklung. Die Einheitszeitungen haben fertig.

 

Sabine Böhne

Montag, 06-09-10 22:51

Das nenne ich eine Debatte.
Zunächst ein Nachtrag: Meine Studenten sind gescheite Leute, die engagiert mitarbeiten, hervorragende Referate halten und gute Hausarbeiten schreiben. Nur beim Zeitunglesen passen sie. Mein Text ist eine schlichte Beschreibung dieses frappierenden persönlichen Erlebnisses und keine wissenschaftliche Abhandlung.
Das Internet ist ein wunderbares Informationsinstrument, keine Frage. Die Zeitung hat ihm gegenüber viele Nachteile, aber auch einen Vorteil: Sie verkörpert eine journalistische Tradition. Gemeint ist die intensive Recherche, die präzise Beschreibung und die scharfe Analyse. Diesen Dreiklang findet man in der gewünschten Beständigkeit nicht im Netz, sondern nur in großen überregionalen Tages- und Wochenzeitungen sowie einigen Magazinen. Darum müssen angehende Journalisten regelmäßig Zeitung lesen. Schließlich gilt es, ihr eigenes Produkt zu studieren. Ansonsten könnte das passieren, was equalizer geschrieben hat: Sie schaffen sich selber ab.

 

Limited

Montag, 06-09-10 23:09

Ziemlich bizarr, diese Geschichte.

Arbeiterbildungsvereine, Solidarität, Internationalismus, Empathie - das hätte ich mal mit Sozialdemokratie verbunden.

Hört man Sarrazin oder Sloterdijk (oder auch Clement) zu, ist da wenig von zu finden. Eher das Gegenteil.

Beides soll sozialdemokratisch sein? Nö, entweder das eine oder das andere.

Da wird sich die SPD wohl entscheiden müssen, ob sie Grundwerte hat oder Stammtischparolen auf der Suche nach Mehrheiten nachläuft. Ein weiteres Chisma der Glaubwürdigkeit für die SPD:

 

vera

http://opalkatze.wordpress.com/

Dienstag, 07-09-10 11:58

Hehe. Nächstes Mal bitte Giordano und Broder.

 
 

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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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