Der Schwoaga

Oberbayerische Miniaturen, Teil 1

Von Tom Dauer

Copyright: Tom Dauer

Neues aus der Spielzeugkiste

Vor einem Jahr begannen wir, den Wildschwaiger zu renovieren. Ein stattlicher Einödhof, urkundlich erstmals erwähnt 1505, neu erbaut 1896. Zwei Jahre war er leer gestanden. Ich besaß einen Werkzeugkasten vom Obi, eine Wasserwaage und einen Fuchsschwanz. Inzwischen weiß ich, wie man ein Gerüst aufbaut, Böden abschleift, Hilti und Stihl bedient und die Stückholzheizung schnell zum Laufen kriegt. Fußbodenleisten haben wir trotzdem noch nicht.

Dafür wohnen wir wie auf der Alm. Ob wir denn nicht einsam seien, werde ich häufig gefragt. Einsamkeit ist ein relativer Begriff, lautet meine Standardantwort. Immerhin grasen auf unseren Weisen 31 Milchkühe und fünf Kälber. Die gehören dem Huber Hans, der in Schmidham wohnt, dem nächsten Dorf, das etwa einen Kilometer entfernt ist. Weil bei seinem Hof früher „Ziagl“ (Ziegel) gebrannt wurden, lautet der Hofname „Ziagla“ (Ziegler), weshalb er ebenso genannt wird. Zwei Mal am Tag, um 8 und um 18 Uhr, kommt er herauf, um den Stall zu machen. Neulich fragte er mich, ob er mich der Einfachheit halber „Schwoaga“ (Schwaiger) nennen dürfe. Da wusste ich, dass wir angekommen waren.


 


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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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