Kauf dir einen Taliban!
Die Bundesregierung und ihr „Strategiewechsel“ in Afghanistan
Man stelle sich vor, der Pfälzer Kurt Beck hätte als SPD-Vorsitzender 2007 ein millionenschweres „Aussteigerprogramm für gemäßigte Taliban“ vorgeschlagen. Er wäre in der deutschen Presse nicht nur verspottet und verhöhnt, er wäre gevierteilt worden. Nicht einen Tag hätte er als SPD-Vorsitzender überlebt.
Aber die Zeiten ändern sich. Und bei Frau Merkel schauen die Berliner Journalisten meist so herzallerliebst drein wie der gestiefelte Kater in Shrek II.
„Strategiewechsel“ und „Neuanfang“ tönt es beglückt aus vielen Kommentaren. Es wird so getan, als habe die Bundesregierung den Stein der Weisen gefunden.
Doch es ist nur das typische Orwellsche Neusprech. Eine Truppenaufstockung (die wievielte?) wird uns als baldiger Truppenabzug verkauft. (Dabei weiß jeder, dass man solche Termine – siehe Balkan – in der Pfeife rauchen kann).
Auch der Hype um das „Begrüßungsgeld“ für übergelaufene Taliban soll nur davon ablenken, dass die deutsche Regierung den ursprünglich gewollten „zivilen Wiederaufbau“ Afghanistans zugunsten einer ganz normalen Kriegführung aufgibt.
Leider fehlt gerade jetzt ein Oppositionsführer, der ein paar deutliche Worte dazu sagt.



