Casting-Show für die Bundespräsidentenwahl!

Was spricht eigentlich dagegen?

Von Claus-Peter Lieckfeld

Nun haben uns ja die Berufsklugen im Land rundum erklärt, dass es keine gute Idee sei, den Bundespräsidenten vom Volk wählen zu lassen. Das Volk ist einfach zu gefährlich. Dem Volk könnte es zum Beispiel belieben, Heidi Klum an die Staatsspitze zu wählen. Oder Mario Barth. Außerdem missriete eine Präsidentenwahl durchs Volk fast zwangsläufig zur Bundestags(test)wahl.

Was also tun?

Wie wäre es mit einer richtig geilen Casting-Show? Das hat bei Lena schon prima geklappt. Das vorgeschaltete Auswahlverfahren hat uns in Oslo einen grandiosen Punktevorsprung über Resteuropa beschert. Der Unterhaltungswert und die Quote einer solchen Präsidenten-Casting-Show wären enorm, während eine Wahl das Risiko blamabler Wahlbeteiligung mit sich brächte.

Ein paar Vorüberlegungen, wie so eine Show aussehen könnte:

Plassberg stellt seine berühmte Schmunzelhäschen-Frage; zum Beispiel: Mit welchem Mitbewerber würden Sie einen Jour fix in einer öffentlichen Sauna ausmachen? Das sagt viel aus über die Schamgrenze eines Kandidaten und über sein/ihr Verhältnis zu heißer Luft.

Oder Stefan-Schlag den-Raab lädt zur Wettfahrt auf hoch motorisierten Sitz-Rasenmähern über einen Parcours, der nur mäßig mit Strohballen gesichert ist. Wer da rausfliegt (to cast = werfen), ist endgültig raus. Und Günter Jauch stellt eine Millionärsfrage der oberen Stufe. Nur mal so als Anregung:

Dschingis Khan war

  1. ein Cousin mit Lese/Rechtschreibschwäche von Oliver Kahn
  2. der Komponist des 1982er Grand Prix-Siegertitels
  3. ein  Mongolenherrscher, der 1206 ein 1227 ein Großreich regierte.
  4. ein iranischer Freiheitskämpfer

Und Anne Will moderiert eine Art Vuvuzela-Übung: Wer kann so laut und lange reden, dass außer ihm keiner mehr zu Wort kommt, geschweige denn verstanden wird.

Ich gebe zu, mir kommen Zweifel, ob es wirklich so gehen könnte. Aber in einem bin ich mir sicher: Ein solches Auswahlverfahren, würde das Amt weniger beschädigen als Muttis Durch-die-kalte-Küche-Kür.


 


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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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