Das Sekundenphänomen

Bange Tage, das Land der Griechen mit der Seele suchend

Am 12. März habe ich versucht, meinen Leuten auf die Finger zu sehen. Die Staatsverschuldung in Deutschland stand am frühen Vormittag bei 1.668.226.261.871 Euro. Bei solchen Summen wird mir schwindelig, die Billion ist schon dem Wesen nach undurchschaubar. Wahrscheinlich haben wir mehr Schulden als Stechmücken in Deutschland. Heuschrecken sind dagegen überschaubar. Ich versuche meinen Anteil an den Staatsschulden zu ermitteln und kam am 12. März auf 20 587 Euro. So viele Schulden hatte ich noch nie. Ich hatte auch gar nicht die Chance, sie anzuhäufen, denn das machen meine Leute für mich. Ich möchte, dass sie damit aufhören, aber wie soll ich ihnen in den Arm fallen, sie haben das Problem ja selber nicht mehr im Griff. Pro Sekunde rasseln ihnen 4.481 Euro durch die Hände, Geld, as sie nicht haben, das ich nicht habe und das meine Enkel auch nicht haben werden, wenn sie dereinst verarmt vor den Milliardenlöchern stehen.

Am 16. März habe ich noch einmal nachgesehen. Da stand die Staatsverschuldung bei 1 758 662 740 102 Euro, allerdings nachmittags. Mein Beitrag daran betrug inzwischen 21550 Euro. Das kann nur an der Neuverschuldung liegen. Deutscher Rekord. 82 Milliarden Euro, macht tausend pro Nase, klare Verhältnisse. In Summa: Schussfahrt in den Abgrund.

Drehen die endlich den Hahn zu? Im Gegenteil. Jetzt wollen sie einen Europäischen Währungsfonds gründen, um Länder wie Griechenland mit Krediten zu unterstützen, Länder, die in Not geraten sind, weil sie schlecht gewirtschaftet haben, weil sie zu viele deutsche Waffen kaufen, weil die Wohlhabenden dort keine Steuern zahlen. Die Gründe sind mir inzwischen egal. Wie der Fonds funktionieren soll, weiß ich auch nicht. Ich weiß nur wer am Ende dafür zahlt: Ich.


 


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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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