Jetzt ist es amtlich

Meine Stadt ist pleite

Sie können es nicht. Jetzt haben sie es schriftlich. Der Landesrechnungshof hat es ihnen bescheinigt. Die Stadt, in der ich lebe, hat 2,33 Milliarden Euro Schulden. Das Eigenkapital ist aufgebraucht.

Es ist nicht irgendeine Stadt. Es handelt sich um Hamburg, eine der reichsten Städte Europas, die noch vor vier Jahren über ein Eigenkapital von vier Milliarden Euro verfügte. Mein Anteil an diesem Stadtvermögen, und der jedes anderen Hamburgers auch, betrug stolze 22.462,70 Euro. Zwei Jahre später war das Vermögen auf 57 Millionen geschrumpft, mein Anteil auf 32 Euro. Der Grund: Meine Leute können es nicht.

Können nicht mit Geld umgehen. Können nicht mal drauf aufpassen. Mussten 2,352 Milliarden Euro auf Finanzanlagen abschreiben, davon zwei Milliarden für die HSH-Nordbank. Jetzt stehen sie vor einem Minus von 2,332 Milliarden Euro. Mein persönlicher Anteil an diesen von mir unverschuldeten Schulden beträgt 1309 Euro.

Ab 2014 soll in meiner Stadt die doppelte Buchführung eingeführt werden, bis dahin wollen meine Leute die kaufmännische Bilanzierung lernen. Nehmen schon Wochenendkurse in Lochstickerei.


 


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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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