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Nach allen Gipfeln ist Ruh

Kleingeld tut es auch. Meine Leute und die Entwicklungshilfe

Ich habe keinen Grund, auf meinen Beitrag zur Entwicklungshilfe stolz zu sein. Er beträgt knapp sechs Euro im Monat. Meine Leute haben im laufenden Bundeshaushalt 5,881 Milliarden Euro dafür bereit gestellt. Viel ist das nicht, bezogen auf das Bruttoinlandseinkommen beansprucht die Entwicklungshilfe 0,38 Prozent. Dabei ist Entwicklungshilfe Chefsache. Die Sphinx im Kanzleramt, die selten ihr Schweigen bricht, und wenn, dann nur bei ganz wichtigen Anlässen, hat beim G8-Gipfel in L’Aquila zugesagt, den Beitrag zur Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,7 Prozent zu verdoppeln, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Das klang irgendwie gut, war aber nur eines dieser Versprechen, die als Versprecher endeten. Mein liberaler Entwicklungsminister, Dirk Niebel, trotz Gebirgsjägermütze noch ohne Gipfel-Erfahrung, hält das Ziel nicht für realistisch. Das ist insofern eine ehrliche Aussage, weil dieses Ziel in Wahrheit nie angestrebt wurde. Auch das Versprechen der Kanzlerin vom Kopenhagener Klimagipfel, 420 Millionen Euro für den Klimaschutz in den Entwicklungsländern drauf zu legen, ist beinahe ohne Rand verdunstet. 23 Millionen sind neu hinzu gekommen, weniger als Peanuts, jedenfalls würde man bei Aldi dafür keine Erdnüsse bekommen. Mich kostet das 28 Cent. Meine Leute überraschen mich immer wieder. Ich hätte nie gdacht, dass weltweiter Klimaschutz so bilig zu haben ist.


 


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