Kauf dir einen Taliban!

Die Bundesregierung und ihr „Strategiewechsel“ in Afghanistan

Von Wolfgang Michal

Man stelle sich vor, der Pfälzer Kurt Beck hätte als SPD-Vorsitzender 2007 ein millionenschweres „Aussteigerprogramm für gemäßigte Taliban“ vorgeschlagen. Er wäre in der deutschen Presse nicht nur verspottet und verhöhnt, er wäre gevierteilt worden. Nicht einen Tag hätte er als SPD-Vorsitzender überlebt.

Aber die Zeiten ändern sich. Und bei Frau Merkel schauen die Berliner Journalisten meist so herzallerliebst drein wie der gestiefelte Kater in Shrek II.

„Strategiewechsel“ und „Neuanfang“ tönt es beglückt aus vielen Kommentaren. Es wird so getan, als habe die Bundesregierung den Stein der Weisen gefunden.

Doch es ist nur das typische Orwellsche Neusprech. Eine Truppenaufstockung (die wievielte?) wird uns als baldiger Truppenabzug verkauft. (Dabei weiß jeder, dass man solche Termine – siehe Balkan – in der Pfeife rauchen kann). 

Auch der Hype um das „Begrüßungsgeld“ für übergelaufene Taliban soll nur davon ablenken, dass die deutsche Regierung den ursprünglich gewollten „zivilen Wiederaufbau“ Afghanistans zugunsten einer ganz normalen Kriegführung aufgibt.

Leider fehlt gerade jetzt ein Oppositionsführer, der ein paar deutliche Worte dazu sagt.


 

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Krischan Kaiser

http://www.kaiser-photography.de

Donnerstag, 28-01-10 13:54

Helmut Schmidt bezieht diese Woche zum Afghanistan in der Wochenzeitung Die Zeit Stellung. Seine Worte kann man nur als Warnung vor diesem selbstverliebten Waffengang verstehen. Schmidt ist ein alter Haudegen und erfahrener Diplomat. Das kann man von zu Gutenberg nicht zweifelsfrei behaupten.
Gewinnen kann Deutschland nicht viel Verlieren dafür umso mehr.

 
 

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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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