Der bessere Mann
Frühlingsgefühle der anderen Art
Bald wird es Frühling, das spüre ich zwischen den Schenkeln. Da spüre ich so ein Kribbeln, ein leichtes Pitzeln. Bevor jetzt irgendeiner auf witzige Ideen kommt: Nein, es ist keine Geschlechtskrankheit! Ich benutze immer Kondome, ich bin ja nicht bekloppt. Jedenfalls spüre ich dieses Kribbeln immer, sobald der erste laue Wind durch die Gassen zieht und die ersten Eichkätzchen knospen. Es prickelt schon seit ein paar Tagen, ziemlich genau seit dem letzten Samstag, als ich mit Mimi im „Caligula“ war.
Mimi war ein bisschen zappelig. So wird sie immer, wenn sie länger als zehn Tage keinen Sex hatte.
Heute gehe ich nicht allein nach Hause, das verspreche ich dir, brummte sie, schnappte sich ihr Glas und stakste auf die Tanzfläche.
Ich blieb an der Bar sitzen, schwenkte mein Gimlet hin und her und versuchte, den Limonenkringel zu versenken. Der Angriff traf mich aus dem Nichts.
Ist hier noch frei? Ihre Lippen berührten fast mein Ohr. Eine tiefe, rauchige Stimme, wie das ferne Grollen eines Donners. Die Haare auf meinem Arm standen senkrecht wie ein Heer Soldaten. Sie drehte sich mit einem Lächeln an mir vorbei, strich mit ihrem Zeigefinger über mein Knie und setzte sich mir gegenüber. Dabei betrachtete sie meine Schenkel, die mein klaffendes Kleid freigelegt hatte.
Ich hoffe, Du bist alleine hier, sagte sie.
Äh, kiekste ich. Ziemlich schwache Antwort. Irgendwas stimmte nicht mit meinen Stimmbändern. So was war mir noch nie passiert.
Gut, raunte sie und strich mir eine Strähne hinter das Ohr. Mir schwoll die Kehle zu und ich merkte, wie ich feucht wurde. Klatschnass trifft die Sache vielleicht eher. Sie war eine klassische Schönheit mit dunklem Haar, irgendwo zwischen Angelina Jolie und Catherine Zeta-Jones. Ich bin kein Mann. Aber plötzlich wusste ich, wie es sich anfühlen muss, einen Ständer zu haben.
Um es kurz zu machen: sie schleppte mich ab. Im Taxi fuhr sie mit der Zunge meinen Hals entlang und öffnete mit den Lippen meinen Ausschnitt, bis meine Brüste fast frei lagen. Der Taxifahrer muss sich gedacht haben: Verdammt, heute muss mein Glückstag sein und ich habe keine Kamera dabei, das glaubt mir doch niemand. Ihre Zunge spielte an meinen Brustwarzen, bis sie steinhart waren. Gleichzeitig schob sie ihre Hand zwischen meine Schenkel, die sich so weit auftaten, als hätte sie „Sesam, öffne dich“ gerufen. Ich konnte gar nichts dagegen tun. Mein Körper war so in Aufruhr, dass ich mich kaum mehr bewegen konnte. Als ihre Hand meinen Slip beiseite schob, dachte ich, ich würde explodieren. Leider mussten wir genau in dem Moment aussteigen und ich sah aus dem Augenwinkel, wie sie dem Taxifahrer zuzwinkerte und ihm ein dickes Trinkgeld in die Hand drückte.
Ich verstehe vollkommen, warum Männer verrückt sind nach Frauen. Sie ließ die Haustür mit einem Klicken ins Schloss fallen und drängte mich sanft gegen die Wohnungstür. Mit dem Knie offnete sie meine Schenkel und drückte meine Hüften an ihre. Ich konnte ihren Venushügel spüren. Dann ließ sie sich auf die Knie und begann mich zu lecken. Von einer Frau geleckt zu werden, die ein enges Kostüm und High Heels trägt, das ist fast unerträglich sexy.
Später, als wir nackt neben einander auf ihrem Bett lagen und ich die Schweißperlen zwischen ihren Brüsten aufgesaugt hatte, sagte sie: Du musst jetzt leider gehen, mein Mann kommt bald nach Hause, ich wollte, er wäre so wie du. Als ich in mein Kleid schlüpfte, musste ich grinsen. Das mir mal jemand sagen würde, ich sei der bessere Mann, damit habe ich wirklich nicht gerechnet.



