Alles Baseball, oder was?
Warum es Spaß macht, diesen Sport nicht zu verstehen
Also, da stehen zehn Männer auf dem Platz. Einer wirft einen Ball, der andere hat einen Schläger in der Hand, ein dritter steht hinter ihm und die anderen sieben stehen rum und tun gar nichts. Dann wirft er noch mal und noch mal und die anderen tun immer noch nichts, während der mit dem großen Handschuh den Ball fängt und einem ständig die Spannung wegschnappt.
Das geht solange, bis ein stumpfes Klack ertönt und der Ball getroffen wird. Dann lässt der Schläger seinen Schläger fallen und rennt los, als wäre der Teufel hinter ihm her, und die anderen, die nichts tun, tun immer noch nicht viel, außer den Ball zu fangen und ihn zum Nebenmann zu werfen. Der andere läuft wie besessen und versucht, ein kleines Feld zu erreichen, bevor der Ball dort ankommt. Dann gibt ein Schiedsrichter ganz streng die laute Antwort auf die Frage aller Fragen: Wer war zuerst da. Der Ball oder der Läufer?
Danach kommt wieder einer mit dem Schläger und es passiert erst mal nichts, bevor es alles von vorn beginnt, na klar, da darf man ja wohl mal fragen, was schon länger existiert: Baseball oder Langeweile? Manche Menschen sind sich sogar sicher, dass dieser Sport nur erfunden wurde, damit man zwischendurch Bier und Hotdogs kaufen kann, ohne was zu verpassen.
Aber, noch klarer: Das kann nur einer sagen, der den Sport überhaupt nicht versteht. Der keinen blassen Schimmer hat von einem gekonnten inside the park home ran und kaum weiß, wie schwer es ist, als catcher im foul territory ein sehenswertes fly out hinzukriegen. Der lieber zum Fußball gehen sollte, wo lediglich das Runde ins Eckige muss. Baseball dagegen ist so herrlich kompliziert, dass es schon wieder Spaß macht, es nicht zu begreifen. Es ist ein starkes Stück Amerika, seit die New York Knickerbockers 1845 erstmals versuchten, einigermaßen Ordung ins Spiel zu bekommen. „Baseball is like a church“, fiel den Managern der Mets dazu ein, „many attend but few understand.“ Alles Baseball, oder was?



