Der Job

Gute Noten im Mündlichen

Sie

Und, fragte Mommsen geschlagene zwei Stunden später, wie war ich?

Ich dachte daran, wie er vorhin mit seinem Drei-Tage-Bart versucht hatte, mein Geschlechtsteil in kleine Stücke zu raspeln und sagte: Geht so.

Es heißt immer, Frauen würden zuviel reden. Seltsamerweise kam mir genau jetzt dieser Gedanke.

Er sprang von den Kissen auf und fragte mit weit aufgerissenen Augen: Wie, geht so? Du bist doch gekommen! Ich hab's genau gemerkt!

Lass gut sein, brummte ich, ist doch auch egal.

Ist überhaupt nicht egal, quengelte er wie ein kleines Kind. Ich will wissen, was ich falsch gemacht habe!

Klar, sagte ich und machte das Licht an. Ist nur fair. Ich hatte Mommsen versprochen, mit ihm Oralverkehr zu üben, bis er es richtig drauf hatte. Er hatte sich ein paar Beschwerden eingefangen und einen mächtigen Knacks davon bekommen. Jetzt traute er sich nicht mehr runter. Ich verstand, warum.

Pass auf, Mommsen, sagte ich, die Muschi einer Frau ist ihr Schatzkästchen, verstehst du? Ich nage ja auch nicht mit den Zähnen herum, wenn ich einen zum Kommen kriegen will. Du musst es fühlen, das ist schon alles. Aber du, du bist ein Wühler. Schleuderst deinen Kopf hin und her, wie ein Hund, der ein Karnickel erlegt. Einfach schrecklich.

Was denn fühlen, maulte Mommsen, ist das hier Eurhythmie oder was?

Es würde schwerer werden, als ich gedacht hatte. Ich machte die Beine breit, damit er richtig gucken konnte. Mommsen wurde ganz zappelig.

Guck mal. Das ist die Klitoris. Das ist dein Zielobjekt. Da willst du hin. Was Du nicht willst ist, mit der Zunge versuchen, an den Muttermund zu kommen. Das bringt nichts. Es ist unangenehm. Was Du auch nicht willst ist, mit deinen Bartstoppeln die Schleimhaut perforieren. Das ist schlimmer als keinen hochkriegen. Es schädigt deinen Ruf für immer, wenn Du keinen anständigen Cunnilingus hinbekommst. So was spricht sich rum. Es ist nämlich die einzige Methode eine Frau so ziemlich todsicher zum Kommen zu bringen. Das musst du im Schlaf können. Alles klar?

Alles klar, nickte Mommsen.

Ich ließ ihn runterrutschen und wartete auf die Zunge. Diesmal hatte er es kapiert. Wooohooo!, machte ich. Als er wieder hochkam, glänzte sein Gesicht, als hätte er sich gerade ein Butterbrot reingezogen. So vollgesabbert versuchte er, mich zu küssen. Die meisten Frauen die ich kennen, stehen da überhaupt nicht drauf. Hatte ich wohl vergessen zu erwähnen.

Er

Sie war eine dieser großen Dunkelblonden, die einen immer angucken, als wären sie leicht zu haben. Ihr Arsch steckte in einem knallengen Kleid und sie wackelte damit solange vor mir herum, bis klar war, dass alles klar war. Ich hätte gerne irgendetwas Höfliches gesagt, so was wie „Ihr Haar glänzt wie Wasser im Frühling“ oder so, aber alles, was ich denken konnte war: „Die sähe sicher gut aus mit meinem Schwanz im Mund.“ Als wir im Auto saßen tätschelte ich unbeholfen ihr Knie, als wäre es ihre Idee gewesen, zu mir nach Hause zu fahren, und nicht meine.  Plötzlich fühlte ich mich wieder wie der junge Kerl, der damals vor Stefanie aus der Nachbarklasse die Hosen runtergelassen hatte. Vor Entzücken und Überraschung war ich fast augenblicklich gekommen, und Stefanie hatte gelacht und gesagt: „Dann tut’s mir wenigstens nicht so in den Kaumuskeln weh.“ Bis heute verstehe ich nicht, warum Frauen sich beim Blow Job so anstellen.

Man nennt es nicht umsonst einen Job, hatte mir eine mal gesagt, Muskelschmerzen, Würgereflex, glaubst du, das ist ein Vergnügen? Ja, ja. Aber was glaubten die Weiber eigentlich, wie anstrengend Vögeln für einen Mann war? Die meisten Mädels wollten am liebsten unten liegen, wenn man es mal im Schnitt betrachtete. Und so viel Bewegung kam dann meistens auch nicht mehr.

Plötzlich spürte ich, wie unter den Autoreifen Kies knirschte. Vorsichtig lenkte ich den Wagen die Auffahrt hinauf und schaute zu der Dunkelblonden, die die Art von Lächeln auf den Lippen hatte, als hätte sie gehört, was ich gerade gedacht hatte. „Alles klar?“, fragte ich. Sie bleckte die Zähne. „Bei mir schon. Bei dir?“ Ich nickte und stellte den Motor ab.

Sie zog sich ohne Umschweife aus. Ich mag diese Art. Vor allem gefiel mir, dass ich nicht viel sagen musste. Sie kniete sich vor mich auf den Boden und nahm meinen Ständer erst in die Hand und dann in den Mund. Ich seufzte und ließ den Kopf in den Nacken sinken. Sie hatte genau die richtige Technik drauf. Ihre andere Hand schloss sich fest um meine Eier, ich konnte die Ringe, die sie trug, kühl an seiner Haut spüren. Dann wurde mir unsagbar heiß. Ihre Lippen schlossen sich fest um mich, ihre Hand bewegte sich in einem Tempo rauf und runter, wie ich es selber nicht besser hinbekommen hätte. Frauen, dachte ich noch, denken immer, Männer stehen auf Blow Jobs, weil es ihnen ein Gefühl der Macht gibt. Dominanz, Rangordnung, das ganze Programm. Das ist natürlich Quatsch. Es ist einfach unglaublich geil.


 

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Peeti Maas

Samstag, 03-04-10 21:21

Liebe Frau Lambert, inzwischen gibt es Fachliteratur "wie Männer Schusseligkeiten vermeiden und den Damen viele der acht oder mehr verschiedenen Höhepunkte richtig besorgen"

 
 

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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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