Wenn Ware Leiden schafft
Plage 2: Die Käse-Ecke
Wer den roten Faden sucht, sollte niemals bei einer Käse-Ecke anfangen. Angeblich hat die englische Marine ja damit begonnen, das Ding in ihre Schiffstaue zu weben, um sie besser zu kennzeichnen und vorm Klauen zu schützen. Bei Käse-Ecken ist die Sache viel komplizierter und ziemlich lästig. Ich will jetzt keine Marke schlecht machen, aber die, die ich meine, fängt mit M an und hört mit ilkana auf. Die werben doch tatsächlich mit ERSTE SAHNE! und damit, dass alles im Mund schmilzt, aber von wegen.
So schwierig wie schmierig!
Ist doch immer das gleiche. Du reisst hungrig und völlig unterzuckert den Kühlschrank auf, findest die kecke Ecke neben Bierdosen und schimmeligem Gemüse und gluckst vor Glück, weil sie zufällig mal nicht abgelaufen ist. Dann findest du auch noch ein trockenes Stück Brot (oder eine Kniffte, wie wir aus dem Ruhrpott sagen) und dann, ja dann, geht die Sache mit dem roten Faden auch schon so richtig los. Wenn du alles korrekt machen willst, machst du bestimmt alles falsch. Denn es gelingt dir nicht mal unter Einsatz all deiner motorischen Fähigkeiten, das Alupapier von der Spitze abzustreifen, ohne den Rest drin zu lassen und dir dabei die Hände komplett zuzukleistern.
Mein Kollege Emanuel erteilte mir kürzlich professionellen Rat: Bei Käse-Ecken geht’s nur mit roher Gewalt! Das Ding auf festen Untergrund legen, mit einem scharfen Messer durch einen resoluten Schnitt mittig massakrieren, seitlich aufklappen, die Hälften herauslösen und verschlingen. Geht doch! Danke, Emanuel, der Abend ist gerettet.




