Wenn Ware Leiden schafft

Plage 1: Der Staubsaugerbeutel

Von Marc Bielefeld

Copyright: Marc Bielefeld

Typischer Staubsaugerbeutel, bereits aufgerissen

Jedes Mal, wenn ich im Drogeriemarkt vor dem Regal stehe und nach neuen Staubsaugerbeuteln schaue, stellt sich mir eine Frage. Eine verflucht gute Frage: Was für einen Beutel nimmt eigentlich mein Staubsauger? Dass ich einen Siemens-Staubsauger habe, das weiß ich. Aber jetzt’s kommt’s. Geht da der Beutel VS 04G0000 rein oder der VS 04G9999? Vielleicht passt ja auch nur der VS 50C00? Oder der VS50C86? Oder ist’s am Ende doch der Beutel mit dem Kürzel VS 59KA967? Auf jeden Fall wohl VS. Aber der Nummernsalat dahinter?

Ich könnte motzen! Und das tue ich jetzt auch!

Ich liebe es zwar, Staub zu saugen. Aber ich hasse es, Staubsaugerbeutelnachschub zu kaufen. Das liegt nicht an mir. Es liegt an geisteskranken Firmen wie Bosch, Siemens und Konsorten, die sich irrwitzig viele Staubsaugermodelle ausgedacht haben, die praktischerweise auch noch alle mit unterschiedlichen Beutelgrößen, Beutelmaßen, Beutelaufnahmen und Beutelsystemen laufen. Um dem Kunden das Leben ferner zu erleichtern, haben sie die 19 verschiedenen Beuteltypen (allein für Siemens!) weiterhin mit kilometerlangen Codes und Kürzeln versehen. Wofür stehen die? Wer versteht die? Und vor allem: Wer kann sich die merken?

Da hilft weder der MicroPor Power Filter, noch die Hepa 10 Filtration, noch das dämliche Männchen vorne auf den Swirl-Packungen.

Was tun? Ich könnte mir zum Beispiel auf einem Zettel die genaue Typenbezeichnung meines Staubsaugers notieren und diesen Zettel ständig im Portemonnaie bei mir tragen. Dann hätte ich meine Staubsaugertypenbezeichnugsnummer stets parat, falls ich abends mal in der Drogerie stehe und einen neuen Beutel kaufen will. Aber mit Verlaub: Ich hab’ doch keine Macke!

Was könnte ich noch tun? Ach, wissen Sie was? Die können mich mal. Ich staubsauge jetzt einfach immer weiter. Mit ein und demselben Beutel. Monatelang. Jahrelang. Bis der Beutel samt Staubsauger platzt. Explodiert. Detoniert. Dann schmeiße ich den ganzen Kladderadatsch aus dem Fenster.

Und kaufe mir einen alten, ehrlichen Besen.

 


 

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Udo

Mittwoch, 03-02-10 09:01

Wie alltäglich. Da nehm ich natürlich den Sauger mit vollem Staubsaugerbeutel mit ins Geschäft und stell mich ganz doof ;)
Schlimmer wird´s, wenn Du dir für´s Wohmobil nen schönen kleinen Dirt Devil zulegst (made in USA) und einige Monate später versuchst,
in genau diesem Geschäft (und anderen) Ersatz zu bekommen.
Dann lernst Du Beutel leeren und reparieren und warten bis die Dinger mal wieder irgendwo im Angebot sind.

Ich würde gerne wissen, wer uns Tetrapacks mit Schraubverschluss aufgedrückt hat, diese, die ich manchmal mittels Rohrzange öffnen muss,...

mfg udo

 

Annette

Mittwoch, 03-02-10 21:08

Typisch Mann. Kann sich noch nichtmal eine einfache Buchstaben-Zahlen-Kombination merken. Dabei ist S67 sogar kürzer als 90-60-90. Und das geht doch auch, oder?

 

armin

Sonntag, 07-02-10 21:00

Ja, genau Tetrapacks! Wenn die dann mal offen sind, gluckst der Inhalt schubweise heraus, dass 25 Zentimeter um das fassende Gefäß alles versabbert ist.
Und wie steht es um die Damen hinter der Wursttheke, die immer eifrig die Bons an die Tüten tackern? So, dass garantiert die Tüten beim Öffnen zerreißt, die liebe Wurst auf den Boden klatscht und der Tacker sich dann noch losreißt um in der Sülze zu landen? Das sind die echten Plagen des Lebens. Da ist Staubsaugerbeuteleinkauf eine leichte Übung!
Wenn wir schon bei Verpackungen sind: Der absolute Overkill sind jene transparenten Plastikhüllen, in denen zum Beispiel elektronisches Kleinzeug steckt, das sich nur mit panzerbrechenden Werkzeugen befreien lässt. Ich finde, das grenzt an Körperverletzung, Missachtung der Unversehrtheit des Käufers. Oder so.

Na denn
armin

 
 

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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.



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