Croissant 21

Die Tübinger Backwaren-Schlacht

Copyright: Emanuel Eckardt

Gaddafi tot, Berlusconi abserviert, die Weltfinanzen durcheinander und Stuttgart 21 noch immer nicht gebaut: Das ist der richtige Moment, um in Tübingen, der Stadt Hölderlins und Hegels, einmal auf die echten Probleme des Daseins hinzuweisen: Es gibt keine guten Croissants bei den Bäckern der Stadt! Jedenfalls keine, die diesen Namen verdienen.

Autor Peter Erle hat in einer Kolumne des "Schwäbischen Tagblatts" diesen unhaltbaren Zustand beklagt und damit offenbar einen Nervenstrang der Universitätsstadt getroffen. Tag für Tag meldeten sich anschließend Leserbriefschreiber zu Wort, um ihre Sicht auf das Croissant preiszugeben. Die Franzosen könnten schließlich auch keine guten Brezeln backen, schrieb eine Leserin und eine andere hatte "die richtigen", die guten mit Butter gebackenen, glänzenden, weich-und-zugleich-knackigen Croissants in einer Bäckerei in der Nähe von Kiel gesichtet.

Als auch ich mich in den Leserbriefstreit einschaltete, lag am anderen Morgen ein Croissant vor meiner Haustüre mit dem Hinweis: "Probieren Sie das einmal, es ist aus Unterjesingen." In einem persönlich, handschriftlichem langen Brief empfahl mir der in Tübingen lebende Schriftsteller Kay Borowsky die Backwaren eines Öko-Ladens, wobei er auch nicht vergaß, die ebenfalls sehr leckeren Himbeertörtchen zu erwähnen. Bowrowsky schrieb nur deshalb mir persönlich, weil seine Leserbriefe im "Schwäbischen Tagblatt" nicht mehr abgedruckt werden, da er sein für alle Tübinger geltendes Jahreskontingent an 15 Leserbriefen pro Person bereits im Sommer ausgeschöpft hatte.

Ein treuer Leser der Lokalzeitung erinnerte sich bei dieser Gelegenheit, dass schon einmal – vor 22 Jahren – eine Glosse über den Dresdner Christstollen Monatelang im Leserbriefteil des "Schwäbischen Tagblatts" nachhallte. Damals war ich der Grund, weshalb ich die olle Kamelle hier noch einmal aufleben lasse.

Tübinger Backwaren - damals und heute:


 


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