Göttlicher Humor

Wie Asen eine Trauernde zum Lachen bringen

Stürmisch ist die See in der dunklen Mythenwelt des Nordens. Für Njörd, den Gott des Meeres, der Seefahrt und der Navigation gibt es viel zu tun, denn er wird oft angerufen. Njörds Kinder gedeihen prächtig und sind von überirdischer Schönheit. Frey, trefflichster unter den Asen, und seine Zwillingsschwester Freya, Göttin der Liebe, leben zusammen wie Mann und Frau, wie sie es von ihren Eltern kennen, denn sie sind Kinder der Geschwisterliebe.

Bei den Asen wird Inzest nicht gern gesehen, deshalb befindet sich der seetüchtige Njörd bald mehr oder weniger unfreiwillig auf Freiersfüßen. Und das kam so. Eines Tages stürmt Skadi, die unglückliche Tochter eines Frostriesen, an den Hof von Asgard. Sie ist zornig, weil die Asen ihren Vater ermordet haben, und verlangt als Sühne erstens einen Mann, und zweitens, dass die Asen sie, die Trauernde, zum Lachen bringen. Die Asen finden das lustig. Skadi darf sich einen Mann aussuchen, allerdings bekommt sie nur die Füße zu sehen.

Eine denkwürdige Casting-Show beginnt. Welcher Gott hat die schönsten Füße? Skadi hofft auf Baldur, die Lichtgestalt, denn sie kommt aus einer Welt der Finsternis. Aber sie erwischt Njörd, den Gott des Meeres. Darüber kann sie gar nicht lachen, deshalb beraten sich die Asen, wie sie ihre zweite Forderung erfüllen können. Wie bringt man eine Trauernde, die noch dazu den falschen Mann erwischt, zum Lachen? Loki, der Listenreiche, hat eine Idee. Er lässt die Hosen runter, bindet seine Hoden an den Bart einer störrischen Ziege und beginnt mit einem naturgemäß recht albernen Tauziehen. Sogar Skadi muss lachen. Der Bann ist gebrochen. Und wir erfahren viel über den Humor der Wikinger.

Aus „Seifenoper unter Vollzeug“, erschienen im aktuellen Heft vom mare über die Wikinger.


 


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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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