Schmidt happens!

oder: Orientierung in Zeiten der Orientierungslosigkeit

Von Michael Schophaus

Immer soll ich mir Schmidt zum Vorbild nehmen. Sagt auch der Spiegel. Schmidt hier, Schmidt dort, Schmidt überall. Was für ein Schmidteinander. Es steht mir bis Oberkante Kleinhirnrinde. Drückt mir auf den Magen. Schreibt ein Buch. Bestseller. Schreibt noch ein Buch. Wieder Bestseller. Darf im Rauchverbot rauchen. Wenn kümmert es? Loki und Schmoky. Ständig Leitartikel in der Zeit. Hosianna, Giovanni di Lorenzo. Wird die elder Edelfeder eigentlich redigiert?

Unser aller Helmut kurz vor der Heiligsprechung? Sicher, ein großer Mann. Viel Mut. Viel Weisheit. Viel Schnauze. Gerade jetzt, wo so viele das Orientierungslos ziehen. Aber muss ich deshalb Sätze, die nie enden wollen, ertragen? Worte, die sich in besserwisserische Schnodrigkeit verquasen? Man würde sie vermutlich jedem Volontär um die Ohren hauen. Aber, pssst, es ist ja Schmidt. Schmidt hat stets recht. Schon damals bei der Sturmflut von Hamburg. Nur im Sturm des deutschen Herbstes hätte es ihn fast umgehauen. Sozusagen dahingeRAFt. Manchmal vergleicht er auch Oskar Lafontaine mit Adolf Hitler. Wir sind Schmidt.

Hier sitzt deutsche Geschichte, sagt Reinhold Beckmann und schleimt bis zum Erbrechen. Die Karteikarten zittern in seiner Hand. Wie oft schon war Schmidt in seiner Sendung? About Schmidt. Die chronische Altersmilde erträgt plötzlich selbst seine Fragen. Und jetzt das noch: Wenn Schmidt eines Tages qualmend in den Himmel fährt, wollen die Deutschen Günther Jauch als Vorbild. Sagen die Deutschen. Und der Spiegel. Ein Unterhaltungsfuzzi mit Schlaumeierbrille. Als fiffty-fiffty-Joker. Hallo, Herr Lehrer, ich weiss was! Genau wie Schmidt. Aber wann schreibt Jauch endlich Bücher?

P.S: Die Überschrift habe ich von meinem Freund Uwe geklaut. Der müsste mal zur Zeit


 


Mit ... teilen: 



Artikel empfehlen
Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


NEU

Streit
15.05.2012

Leidenschaften
12.07.2012

Die Reportage
23.12.2011

Kopkas Tagebuch
05.01.2012

Lieckfelds Tierleben
13.02.2013

Bel Etage
15.07.2012

Weltiswortwechsel
06.08.2012