Heute: Süß oder grausam

Ein Sprungtuch für die liebe Lena

Für dich bin ich überall hingegangen, für dich habe ich sogar mein Haar gemacht, ich habe neue Unterwäsche gekauft, sie ist blau, ich habe sie schon mal getragen.

Als mich diese Botschaft erreichte, war ich erleichtert. Endlich hat sie mal ein paar Schritte gemacht, endlich hat sie sich mal gekämmt. Und sie hat sich was Frisches für untenrum besorgt.

Liebster, du weißt, ich kämpfe um dich, ich habe auf der Veranda das Licht für dich angelassen, ob du lieb bist oder grausam, ich liebe dich auf jeden Fall.

Für gewöhnlich zitiere ich ja nicht aus Liebeserklärungen, das gehört sich nicht. Aber weil sie es in Oslo selbst öffentlich gemacht hat -

Ich hab mein Bestes für dich aufgehoben, du machst mich manchmal traurig und schwermütig -

antworte ich ihr jetzt auch öffentlich. Lena, du bist so süß, lass uns fröhlich unser Bestes geben. Schön, dass du Licht gemacht hast. Von mir aus darfst du auch weiße Sachen von Schiesser anziehen. Ob ich dann  grausam sein will, überlege ich mir, aber so, wie ich mich kenne, bin ich dann doch lieber lieb.

Liebster, o Liebster, ich muss dir sagen, wie ich dich empfinde, denn ich kann keine Minute ohne dich sein, wie ein Satellit kreise ich immerzu um dich, ich würde in die Nacht hinausfallen ohne deine Liebe.

Schwupp, fast wärst du in die Nacht hinausgefallen, aber solltest du wirklich mal in die Nacht raus- und in den Tag wieder reinfallen – im schönen Hannover fangen wir dich alle auf, sogar mein kommendes Staatsoberhaupt breitet, im Auftrag des Engels Angela, die Arme aus.

Ich folge dir, du hast mich, ich hab dich, eine Kraft stärker als die Schwerkraft, das ist Physik, da gibt es kein Entrinnen.

Das mit der Schwerkraft, Lena, schaffen wir easy, wir halten das Satellittchen fein in der Schwebe, und notfalls tobt da auch noch der raabenblonde Stefan rum und spannt das schwarz-rot-goldene Sprungtuch auf.

Liebling, mein Ziel ist wahr und klar, Cupidos Pfeil zielt auf dich, nur dich, ich habe sogar meine Zehennägel für dich angemalt…

Danke, schöner Trabant, danke für den Pfeil, die frischen Dessous und den Nagellack. Dank auch dafür, dass du auf Englisch gesungen hast, was die polyglotten, verklemmten Briten mit zero points honorierten. Kann ja sein, dass sie in ihren Plastiktüten die hinreißenden Reime nicht hören, geschweige denn verstehen konnten:

I even did my hair for you, I bought new underwear, they’re blue.


 


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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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