Die Nächsten, bitte!
Begegnungen im stillen Kämmerlein
Sie
Um 12 Uhr 30 suchte ich Jochmüller auf, wie verabredet. Er hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass er, falls er mich nicht sähe, sich die Sache mit dem Abschiedsbonus noch einmal überlegen würde. Also trottete ich hin, obwohl ich keine Lust hatte. Vermutlich würde er auf seiner Sekretärin liegen, wenn ich hereinkäme, irgendeiner Pritsche vom Land, die glaubt, dass es zum guten Ton gehört, sich vom Chef besteigen zu lassen. Tut es ja auch.
Ich drückte also ohne Vorwarnung die Klinke runter. Jochmüller fuhr herum und ließ fast den Stapel Papiere fallen, den er in der Hand hielt. Ihn nicht mit heruntergelassenen Hosen zu sehen, war eine echte Überraschung. Er wedelte mit der freien Hand in der Luft, als wäre ich eine Fliege. Das bedeutete wohl, dass ich mich auf das Sofa setzen sollte. Dort saß schon jemand. Eine absurd junge Frau, zusammengekrümmt wie ein undichter Luftballon. „Frau Lambert, ich präsentiere Ihnen Ihre Nachfolgerin, Frau, äh, dings...“ – „Grob“, fiepste der Luftballon. Ich musste lachen. Einen unpassenderen Namen hätte sie sich nicht aussuchen können. „Die nächste Generation“, sagte Jochmüller, „Wir erwarten uns einiges, nicht wahr?“ Ich sah sie mir genauer an. Ihr Anzug schien teuer zu sein, genau wie der Haarschnitt, mit dem sie ihre dunklen Haare zur Räson gebracht hatte. Ihre Lippen waren kirschrot angemalt und aus einem schmalen, blassen Gesicht glotzten große, braune Augen erstaunt in die Gegend.
Ich nahm sie mit in mein Büro, um ihr ein paar Arbeitsschritte zu zeigen. „Und wenn Sie hier klicken, kommen Sie gleich in die Kundendatei. Frau Grob?“ Sie blinzelte mit den Augen. „Isabella.“ – „Wie bitte?“ – „Nennen Sie mich Isabella.“ Ich war einigermaßen erschüttert, als sie mit ihren Fingern sanft über meine Hand strich. Ich packte ihre Hand und hob sie an meine Lippen. Warum auch nicht? Sie rückte mich auf dem Tisch zurecht und begann, mich zu küssen. Ihre Titten waren klein und fest, offenbar genau wie ihr Charakter. Nach einer Weile schob sie ihre Finger in meinen Schritt und zog mein Höschen langsam nach unten. Frau Grob war offenbar eine qualifizierte Kraft. Ich ließ meine Schenkel auseinanderklappen. Sie setzte sich vor mich hin und begann, mich mit kräftigen Strichen zu lecken, fast so, als wäre sie am verdursten. Während ich kam, zog ich ihren Kopf fester in meinen Schoß. Wenn jetzt einer hereinkäme, würde er sofort einsehen, dass ich es mit meinen Abschlussbilanzen immer sehr genau nehme.
Er
Es war, als könnte sie auf wunderbare Weise meine Gedanken lesen. Nachdem ich eine Weile an ihren Nippeln herumgespielt hatte, sagte Paula: „Warum gehst du nicht mal wieder aus? Geh nur, das wird dich aufheitern.“ Sie schubste mich aus dem Bett und wies mit dem Finger zur Tür. „Mach schon, ich will dich vor zwei Uhr morgens hier nicht sehen.“
Draußen war die Luft so kalt, als würde der Tod einem direkt in die Lunge atmen. Ich schlang den Schal so, dass er meinen Mund bedeckte und ging schneller, damit mir warm würde. Schon zwei Kreuzungen später sah ich meinen Freund Pfosten im Zwielicht einer Laterne herumstehen und warten. Ohne ein Wort zu sprechen, gingen wir durch die Dunkelheit, bis direkt vor die Tür von „Madame Mim’s“. Drinnen war die Luft warm und feucht. Pfosten ließ sich schwer auf einen der Barhocker sacken. „Hast du schon von dem neuen Star-Trek-Film gehört? Eine Schande ist das.“
Ich rückte den Stuhl zurecht. „Schon The Next Generation war ein Affront“, sagte ich, „Aber dieser Film ist pure Blasphemie. Der Typ, der James T. Kirk spielt, könnte locker mein Sohn sein.“ Pfosten seufzte und nippte an seinem Bier. „Puristen wie wir sind nicht mehr gefragt. Die Leute wollen immer was Jüngeres sehen. Damit müssen wir uns abfinden.“ Ich hieb Pfosten meinen Ellenbogen in die Seite und sagte: „Dein Wort in Gottes Ohr. Die beiden Miezen da drüben scheinen anders zu denken.“
Ein paar Minuten später waren wir auf dem Zimmer. Ich hielt mich zurück und ließ Pfosten den Vortritt. Wir kannten uns seit ungefähr hundert Jahren, aber ich hatte ihn noch nie beim Vögeln beobachtet. Er hockte auf der Frau wie ein Motorradfahrer, der lange nicht mehr gefahren ist. Seine Wirbelsäule war gekrümmt und er stocherte verzweifelt drauf los, auf der Suche nach dem Eingang. Das Mädchen nahm ihn mit der Geduld einer freundlichen, aber strengen Grundschullehrerin am Schwanz und zeigte ihm den rechten Weg. Pfostens Maschine stotterte und ruckte, so dass ich hinaustrat, um ihm seine Zeit zu geben. Das andere Mädchen folgte mir. „Keine Lust auf eine Nummer?“ – „Doch, schon. Nur nicht da.“ Ich zeigte mit dem Daumen zur Tür.
Sie nahm mich an der Hand und führte mich zu einer Kammer. „Da rein?“ Sie nickte. Von der Decke baumelte eine nackte Glühbirne, die das Kämmerlein in trübes Licht tauchte. Ich ließ mich von meiner Kurzzeitfreundin in Fahrt bringen. Während sie zugange war, betrachtete ich ihren Scheitel. Sie war offenbar keine echte Brünette. Kurz darauf war ich hart wie ein Schrotgewehr. Sie erlaubte mir, sie aufzuspießen und an der Wand entlang zu schrubben. Ich kam mir vor wie Boris Becker, nur in cool.
Pfosten wartete schon draußen. „Verheiratet sein ist scheiße“, sagte er, „ich weiß überhaupt nicht mehr, wie man richtig vögelt.“



