Mit Sicherheit übertrieben
Die Etatdebatte und was für mich hinten raus kommt
In der Etatdebatte im Reichstag zu Berlin haben meine Leute offen gelegt, was sie im kommenden Jahr ausgeben möchten. 307,4 Milliarden Euro. Bei solchen Zahlen wird mir immer leicht schwindelig. Ich kann mir nicht einmal Mückenschwärme in dieser Größenordnung vorstellen, von Heuschrecken gar nicht zu reden. Offenbar handelt es sich wieder mal um sehr sehr viele Euro, die da ausgegeben werden sollen. Aber so viel ist es gar nicht. Wenn ich den Betrag auf jeden der rund 82 Millionen Einwohner umrechne, wird es überschaubar. Mein Beitrag wäre also im nächsten Jahr 3748 Euro und 78 Cent.
So viel Geld habe ich gerade nicht flüssig, meine Leute offenbar auch nicht, deshalb nehmen sie in meinem Namen Kredite auf, 57,5 Milliarden Euro. Meine Schulden erhöhen sich damit um 701 Euro und zwei Cent, nur fürs nächste Jahr. Insgesamt müssen meine Leute im nächsten Jahr allein für Zinsen 38,1 Milliarden Euro aufbringen, mehr als für meine Verteidigung, die 31,5 Milliarden kosten soll, pro Person wären das 384 Euro und 14 Cent.
Das ist nicht viel Geld, wenn ich überlege, dass für meinen persönlichen Verteidigungsfall Panzer, Jagdflugzeuge und Fregatten, Raketenwerfer und viele tapfere Männer bereit gestellt werden. Aber muss das wirklich sein? Ich fühle mich nicht bedroht und auch nicht angegriffen. Ich habe einen sehr wachsamen Mops, für den ich Steuern zahle und auch die Tierarztkosten. Er fällt also dem Gesundheitssystem nicht zur Last, ich brauche mich seinetwegen auch nicht in Schulden zu stürzen. Das gibt zu denken.



