Hallo, wir haben entbunden!

Etwas Welpbewegendes

Copyright: Claus-Peter Lieckfeld

Bei diesem Anblick entdeckte der Autor, dass ihn der Wurf seiner Eurasierhündin Luna tief ins Stammhirn fasste (Foto: Claus-Peter Lieckfeld)

Eigentlich ist es die natürlichste Sache der Welt und nun wirklich nicht weltbewegend. Die eigene Hündin welpt.

Aber wie sie das macht! Kaum ploppen die Zukünftigen in ihren hautverschweißten Säckchen in die Geburtskiste, schon öffnet Eurasierhündin Luna (4) die Häutchen und beginnt mit dem Trockenlecken.  Sie hat, ich kann das bezeugen, kein Buch gelesen der Art „Welpen für Erstgebärende - leicht gemacht“ und auch keinen Hechelkurs besucht. Und dann … echt, unglaublich!

Ich wage den Satz (ich wage ihn, weil meine Ex-Ehefrau und Mutter meiner Kinder, soweit ich weiß, diese Kolumne nicht liest): bei Geburt meiner zwei Töchter war ich nicht so ergriffen und erschüttert. Und das liegt nicht daran, dass die Mutter meiner Kinder nicht selbst die Nabelschnur durchbissen und das Kindspech aufgeleckt hat.
Es wurden dann, in sechs Stunden, von Mitternacht bis ins Morgendämmern, sechs Baby-Hündinnen und ein Rüde.

Für letzteren fremdschäme ich mich gerade ein wenig: Der einzige Mann im Wurf und offenbar der dümmste. Alle sechs Schwestern haben es fast auf Anhieb geschafft, sich auf Schnuller umzustellen, nachdem Mutter wegen einer Zitzenentzündung (Mastritis) nach sechs Tagen abgestillt werden musste.
Am neunten Tag hing ich, den eigenen Rüssel tief gesenkt, über ihrem Wühllaken und wettete mit mir, wer von den sieben als erster den Hinterbeinantrieb entdeckt. Die ersten Tage bewegten sie sich wie Langstrecken-Kraulschwimmer voran: Fast ohne (Hinter)Beineinsatz.

Richtig: Es war nicht Alamo, der einzige Rüde, der Kraftprotz, der Gummisauger-Versager. Es ist Alouette, die bei ihrer Geburt nur winzige 180 Gramm (grenzwertig) auf die geliehene Apothekerwage brachte.

Ein Jornalistenleben lang habe ich mir verboten, arg zu menscheln, wenn es ums Tierleben geht. Und nun werde ich auf meine alten Tage noch zum greinenden Herrchen. Aber unsere sieben Zwerge sind halt zu bezaubernd und zu besonders ….. gell?


 


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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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