Gras oder Heu?

Oberbayerische Miniaturen, Teil 9

Von Tom Dauer

Copyright: Tom Dauer

Ich glaube nicht, dass der Ziagla den Lauf der Zeit als schnell empfindet. Andererseits hatte er sicher auch noch nie die Befürchtung, die Zeit könnte stehenbleiben. Man denkt solche Gedanken nicht, wenn man mit dem Lauf der Jahreszeiten arbeitet. Die Obstbäume blühen, das Gras wächst, die Kühe kommen auf die Weide, das Laub verfärbt sich, es schneit. Und wieder von vorne.

Mir dagegen kommt es so vor, als habe der Ziagla gerade erst den ersten Schnitt gemacht. Das war im Mai. Jetzt haben wir Oktober, und eben hat er den letzten Schnitt eingefahren. Jetzt ist es vorbei. Das Futter ist im Heustadel. Der Winter kann kommen.

Als der Ziagla aus seinem Traktor ausstieg, fragte ich ihn, ab wann man zum Gras „Heu“ sage. Er blickte mich verständnislos an. Ich deutete auf seinen Ladewagen: Ob das, was er gerade transportiere, noch trocknendes Gras oder schon feuchtes Heu sei.

Der Ziagla lachte. Dann fragte er, mit was ich mich eigentlich sonst noch so beschäftige, den lieben langen Tag lang.


 


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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.



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