Hitz the Hammer!

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(Foto: Calcio Streaming)

Merkel auf Krücken. Schumacher im Koma. Ein schwuler Kicker schlägt sie alle. "Tagesschau"-Aufmacher. Eilmeldung. "Bild". "Spiegel". "Stern". Hochgradig neurotisch. Der Mann heißt Thomas Hitzlsperger, aber eigentlich kickt er gar nicht mehr.

Ein ehemaliger Nationalspieler, ein ehemaliger Deutscher Meister. Jetzt war es Zeit für die "Zeit". Ich bin homosexuell, gesteht er dort. Nein, er sprach sogar, mindestens mittlere Reife, von Homophobie. Wie mutig! Wie edel! Ein halbes Jahr, nachdem er beim FC Everton aufgehört hat. Das Netz spielt völlig verrückt. Viele warme Worte.

Selbst Premierminister Cameron ist sehr amused und voll des Lobes für Hitz the Hammer. So wurde er auf der Insel genannt. Weil sein harter Schuss ein echtes Naturereignis ist. Wie hätten sie ihn wohl begröhlt, wenn sie gewusst hätten, dass er vom anderen Rufer ist? Schieß, du schwule Sau? Verfluchte Schwuchtel? In dieser besoffen schwankenden und pöbelnden Männerwelt. Alles Seifenbücker? Weicheier? Wärmer Bremen? Bayern andersrum? Und überhaupt: Bei den Frauen kicken auch nur Lesben.

Thomas Hitzlsperger ist schwul. Na und?  


Richtigstellung zum Beitrag "Hitz the Hammer!" vom 9.1.2014 auf MAGDA
 
In o.g. Kolumne hatte ich zum Outing des ehemaligen Fußballspielers Thomas Hitzlsperger, homosexuell zu sein, geschrieben: "Nur gut, Lothar Matthäus ist jetzt widerlegt. Ein Schwuler kann nicht Fußballspielen, sagte er (...)." Herr Matthäus hat mittlerweile an Eides Statt erklärt, dass dieses Zitat nicht von ihm stammt. Die betreffende Passage ist am 13.1.2014 aus dem Artikel entfernt worden. Die irrtümliche Verwendung und die daraus evtl. entstandenen Unannehmlichkeiten bitte ich zu entschuldigen.
Michael Schophaus, am 10.2.2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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