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Crossover für einen Italiener

Das London Symphony Orchestra produziert eine Hommage an Fabrizio De André

Von Sabine Böhne

Copyright: Guido Harari

Mußestunde für einen Musiker: Fabrizio De André auf seinem Bett, umgeben von Büchern und Zeitungen, die Gitarre ebenso griffbereit wie das Telefon. Das Bild entstand im Sommer 1997 in seinem Haus auf Sardinien. (Foto: Guido Harari)

Es herrschen schwere Zeiten in Italien. Die Krise, der Schuldenberg, das miese Image in der Welt. Silvio Berlusconi hat das Land und sein Ansehen nachhaltig beschädigt. Viele Italiener leiden darunter, aller Erleichterung und der Freudenfeiern über seinen Rücktritt zum Trotz. Die folgende Nachricht aus Großbritannien wirkt daher auf manch einen wie ein warmer Schal, der sich an einem kalten Novembertag um die fröstelnden Schultern legt: Das London Symphony Orchestra veröffentlicht in diesen Tagen eine Hommage an den Genueser Liedermacher Fabrizio De André.

Die Italiener lieben den Poeten der kleinen Leute für seine sozialkritischen und antimilitaristischen Lieder. Auf dem Stiefel kennt jedes Schulkind seine Lieder "Andrea", "La canzone di Marinella" oder "Via del campo". 13 Jahre nach seinem plötzlichen Tod katapultiert ihn jetzt die englische Produktion in eine neue Dimension der Unsterblichkeit. Auf der CD „Sogno N° 1“ ertönt die Stimme von De André als wäre er gerade zusammen mit dem weltberühmten Symphonieorchester in den Londoner Abbey Road Studios gewesen. Produzent Geoff Westley ließ den Gesang von Fabrizio De André aus zehn alten Aufnahmen herausfiltern und von seinen Symphonikern begleiten. Repubblica.it veröffentlicht daraus täglich ein Stück. Bellissimo.


 


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