Die Physikerin

Unserer Physikerin gehört dringend ein Stück gewidmet. Wo sie sich doch so sehr gegen den Zerfall stemmt.

Von Claus-Peter Lieckfeld

Copyright: Marcus Walter, pixelio.de

Foto: Marcus Walter, pixelio.de

Friedrich Dürrenmatts Drama „Die Physiker“ (1962) spielt in einem Irrenhaus – wobei das Haus schnell zur Methapher für die irrsinnige Welt wird.

Wikipedia liefert eine stringente Interpretation: „Möbius [eine der Hauptfiguren] symbolisiert die Zukunftsvision einer Wissenschaft und Menschheit im Endzeitstadium. Die Menschen haben die Welt durch ihre eigenen Erfindungen zerstört. Das Stück (…) greift ferner die Problematik auf, dass einmal Gedachtes oder Entdecktes nicht rückgängig gemacht werden kann.“

Moment mal?

Zerstörerische Erfindungen, deren Folgen nicht rückgängig gemacht werden können? Das kommt uns sehr aktuell vor. Wir raten deshalb zu einer stark bearbeiteten aktuellen Aufführung.

Neuer Titel:

„Die Physikerin“ – Ein Ein-Frau-Stück. 

Schnelldichtern sei ein möglicher Anfang vorgeschlagen:

1. Akt

Angela (sie muss nicht Berlinerisch mit Lispel-„S“ sprechen, kann aber; sie sollte keineswegs hackende Armbewegungen machen, das wäre schlechte Comedy) liest aus gegebenen Anlass in ihrer Doktorarbeit „Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen“ (1986!). Stellt fest, dass die Arbeit plagiatfrei ist. Freut sich. Sie zitiert sich. Sie nickt zustimmend. Sie kommentiert: „Also, Zerfallsreaktionen drohen in der Politik immer dann, wenn die Bindung nicht stimmt.“ Sie wechselt zum Zerfall als solchen: „Als Physikerin weiß ich natürlich um die Gefahren der Zerfallsreaktionen und der Radioaktivität. Man kann nicht so tun, als hätte Japan nicht stattgefunden."

2. Akt

Ihrem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt. Denkbar ist alles, nachdem der Zerfall einmal begonnen hat.

Senden Sie uns Ihre dramaturgischen Neuschöpfungen zu!

MAGDA wird die kaputtesten veröffentlichen.


 

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Tom Schimmeck

Mittwoch, 16-03-11 00:39

Bitte Japans Premier Naoto Kan einbauen - der ist auch Physiker...

 
 

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Mein fremder Freund: Ob der Islam zu Deutschland gehört, steht dahin. Sicher jedoch ist, dass jeder von uns einen Menschen kennt und mag, der einer fremden Kultur entstammt. Anlass genug, ihn in einer kleinen Portraitfolge aus dem ominösen Migrationshintergrund treten zu lassen, eh ihn Sarrazin abschafft. Ein ähnliches Ziel haben sich die Fotografen Wim Woeber und Ralph Wentz vorgenommen, der Porträts aus der Kölner Keupstraße wir im Rahmen unserer Serie zeigen.


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