Copyright: Andreas Weber
 

Die sechste Welle

Notizen aus einem biologischen Zeitalter

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Die „Sechste Welle“, das gegenwärtige planetarische Sterben, ist dabei, unsere Welt untergehen zu lassen. Es wird eine neue hervorbringen. Die Natur selbst fürchte kein Aussterben, sagt der Schriftsteller Richard Powers. Der Tod sei ihr Mittel. Das Werkzeug also, mit dem sie die Geschichte aus dem Monolith der Zeit herausschlägt. Die fünfte Welle tötete die Dinosaurier und gebar Vögel und Säugetiere. Zur Zeit sterben etwa 70 Arten pro Tag. Alles Denken heute muss darum Denken im Modus des Verlusts sein. Denn nur der Modus des Verlusts ist auch der Modus der Hoffnung. Hoffnung sei gerade nicht dasselbe wie Optimismus, sagt Vaclav Havel. Sie sei nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgehen werde, sondern die Sicherheit, dass etwas einen Sinn habe, ganz gleich, wie es ausgehe. Etwa zehn Millionen Jahre braucht die Erde nach jedem Zusammenbruch für eine neue Fülle.