„Die Indigenen haben auch ihre Trachtler“

Isarindianer Willy Michl über den Fluss, den Blues und die Bayern

Von Dominik Baur

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Isarindianer Willy Michl: „Die Menschen am Fluss haben eine eigene Mentalität“ (Foto: Dominik Baur)

Wenn man mit Willy Michl durch die Isarauen spaziert, merkt man, wie die Blicke der Spaziergänger, Radfahrer, Sonnenanbeter dem Indianer neugierig folgen. Einige kennen ihn hier natürlich schon längst. „Willy, was macht das Isarflimmern?“ fragt ein Radfahrer im Vorbeifahren. Ein anderer bleibt stehen und erzählt, dass er den bayerischen Bluesmann schon seit Jahrzehnten bewundert. Michl erzählt von früher. Schon als kleiner Bub hat er hier die Zeit zugebracht. Damals noch allein; ein beliebtes Naherholungsgebiet wurde der Flaucher erst später. Und noch früher, in den Zwanzigern, hat sein Großvater hier die Brauereirösser zum Baden hergebracht. Und dort hinten unter der großen Weide hat er damals die Heilige Pfeife geraucht. Zeit für ein paar klärende Worte – zum Fluss, zum Blues und zum Leben.

MAGDA: Herr Michl, waren Sie schon mal am Mississippi?

Michl: Nein, ich war überhaupt noch nie in Amerika. Und es gibt auch gar keinen Grund für mich, dorthin zu fahren.

MAGDA: Wie kommt’s? Der Mississippi ist schließlich der Vater der Flüsse, an seinen Ufern wurde gewissermaßen der Blues geboren.

Michl: Das Problem ist: Der Mississippi liegt in den Vereinigten Staaten. Und das ist ein Land, in das ich aus zweierlei Gründen nicht möchte. Zum einen praktizieren die meisten Bundesstaaten in den USA die Todesstrafe. Zum anderen sind sie für Touristen ein ziemlich gefährliches Land. Man kann sich dort nicht so harmlos bewegen wie hier. Aber natürlich ist der Mississippi eine der Lebensadern des amerikanischen Kontinents, so wie die Isar eine Lebensader Bayerns ist.

MAGDA: Und beide Flüsse sind mit dem Blues verbunden.

Michl: Naja, die Isar ist nur durch mich mit dem Blues verbunden.

MAGDA: Wenn Sie die Isar mit drei Eigenschaften beschreiben müssten, welche wären es?

Michl: Heilig, lebenbringend und schön.

MAGDA: Wild nicht?

Michl: Die Isar ist leider nicht mehr das, was sie war. Die Isar ist ein gebändigter Fluss. Mit ihren rund hundert Staustufen gehört sie zu den am meisten beeinträchtigten Flüssen überhaupt.

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„Der Fluss ist die beste Medizin“ (Foto: Dominik Baur)

MAGDA: Wann haben Sie zum ersten Mal bemerkt, dass es mit Ihnen und der Isar eine besondere Bewandtnis hat?

Michl: Das war kein bewusster Prozess. Das war einfach der Fluss, und da war’s schön. Ich bin hier geboren. Die Liebe zur Isar ist mir in die Wiege gelegt. Alle Menschen, die hier leben, lieben diesen Fluss.

MAGDA: Was macht die besondere Faszination der Isar aus?

Michl: Das ist mein Heimatfluss, da bin ich aufgewachsen. Ich bin ein Kind dieses Flusses. Ansonsten unterscheidet sich die Isar in nichts von allen anderen Flüssen dieser Erde. Für mich ist jeder Fluss ein Bruder oder eine Schwester der Isar. Auch der Jangtsekiang ist ein Bruder der Isar.

MAGDA: Und was macht die Faszination von Flüssen überhaupt aus?

Michl: Der Fluss ist ein Wesen, das eine ganz bedeutsame Aufgabe im Kreislauf des Wassers erfüllt. Und Wasser ist das Leben. Der Fluss ist beinahe allmächtig – und dennoch ein gutmütiger Kerl.

MAGDA: Was sind Ihre frühesten Erinnerungen an die Isar?

Der Münchner Willy Michl, Jahrgang 1950, feierte seine ersten Erfolge als Blues-Musiker, der in bairischer Mundart sang, in den Siebzigern. Seine bekanntesten Lieder sind „Isarflimmern“ und das „Bobfahrerlied“. Nach seinen ersten Alben sagte er sich 1978 von der Plattenindustrie los und arbeitet seither als unabhängiger Musiker. Im Herzen schon immer Indianer, spiegelt sich dieses sein Wesen seit den Achtzigerjahren auch in seinem Äußeren wider. Sein indianischer Name: Sound of Thunder. Seine CDs sowie seine Autobiographie können unter anderem auf www.willymichl.com bezogen werden. Auf der Website werden auch die aktuellen Tourdaten bekanntgegeben. (Foto: Willy Michl)


Michl: Das war, wie mich meine Oma als Kleinkind an den Fluss getragen und dort gebadet hat. Da war ich gerade einmal ein oder anderthalb Jahre alt, aber ich kann mich noch daran erinnern. Und ich weiß noch sehr genau, wo ich da an der Mariannenbrücke in der Münchner Innenstadt gespielt habe. Später, nachdem wir 1958 nach Giesing gezogen sind, habe ich ganze Sommer an der Isar verbracht. In der Früh habe ich meine Badehose genommen, eine kleine Decke, zwei Scheiben Brot und einen Apfel, bin an den Fluss runtergegangen und habe an den Plätzen gebadet, die mir mein Vater gezeigt hat. Am Flaucher war damals noch niemand. Ich habe getaucht und auf dem Grund des Flusses kleine leuchtende Steine gesammelt – das war mein Indianergeld.

MAGDA: Wie hat sich der Fluss verändert seit diesen Kindheitstagen?

Michl: Als Bub konnte ich an bestimmten Stellen das Wasser noch trinken, und es ist nichts passiert. Als ich 14 oder 15 war, habe ich das wieder getan – und wurde danach sehr krank. Bis ins Jahr 2000 galt sogar Badeverbot. Heute kann man wenigstens wieder in der Isar baden.

MAGDA: Wird man das Isarwasser irgendwann auch wieder trinken können?

Michl: Das glaube ich schon, aber ob das zu einer Zeit ist, wo es noch Menschen gibt, die es trinken können, das weiß ich nicht.

MAGDA: Sie bezweifeln es.

Michl: Sagen wir mal so: Ich hab’ das Gefühl, dass die Menschen sich manchmal gern selber was vormachen. Die sprechen von Renaturierung, aber machen nichts anderes als einen japanischen Garten, oder bauen ein paar Steintreppen hin, weil’s halt schön aussieht. Aber das, worum es geht, vergessen sie. Es fehlt oft einfach der Respekt vor dem Fluss.



MAGDA:
Sehen Sie eine Besserung infolge der Renaturierungsmaßnahmen?

Michl: Die Renaturierung war nur eine Sparmaßnahme. Wenn man das Hochwasserbett, so wie es war, restaurieren hätte wollen, hätte das zehnmal so viel gekostet.

MAGDA: Aber sind es immerhin Schritte in die richtige Richtung?

Michl: Ja. Aber wir müssen uns darüber klar sein: Ein Fluss braucht Trinkwasserqualität. Wenn das gegeben ist, kann man weiterdenken. Daran muss sich alles messen lassen.

MAGDA: Sind Sie am Fluss am liebsten allein oder in Gesellschaft?

Michl: Ich bin gern in Gesellschaft dort, aber wenn ich allein bin, dann sind das Geheimnis des Flusses und ich eins. Dann bin ich ein Teil des Flusses.

MAGDA: Der Fluss ist ja ständig in Bewegung, gleichzeitig heißt es in Ihrem berühmten Lied „Isarflimmern“: „Die Zeit wird angehalten auf dem weißen Kies.“

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„Geht man an den Fluss, dann bleibt die Zeit stehen“ (Foto: Dominik Baur)

Michl: Das stimmt. Denn geht man an den Fluss, um da in der Sonne zu liegen und seinem Gesang zuzuhören, dann bleibt die Zeit stehen. Vermeintlich. Und tatsächlich. Das ist das Paradox. Die Zeit ist nichts anderes als eine Maßeinheit des Menschen für sein Leben. Jeder Mensch weiß, dass er nur soundso viele Herzschläge hat. Es wird irgendwann seinen letzten Herzschlag geben. Geht er an den Fluss, hat der Mensch das Gefühl, als würde er vom Fluss neue Herzschläge bekommen. Die Herzschläge, die der Mensch am Fluss abgibt, erscheinen dort, als wären sie nicht geschlagen.

MAGDA: „Isarflimmern“ ist das wohl schönste Liebeslied an diesen Fluss. Wie kam es dazu?

Michl: Ich habe dieses Lied vom Fluss bekommen. Er hat es mir geschenkt. Mein Job war es nur noch, es mit meinen Möglichkeiten, mit den Worten, die in meinem Herzen sind, hörbar zu machen.

MAGDA: Können Sie sich noch an den Tag erinnern, als Sie das Lied geschrieben haben?

Michl: Ja, das weiß ich noch genau. Ich war in Ramsau bei Berchtesgaden. Da hab’ ich mich auf den Balkon gesetzt, und unten floss der Schwarzeckerbach vorbei. Ich habe den Sound des Bachs gehört und gemerkt, dass mir die Isar über ihren Bruder, den Schwarzeckerbach, dieses Lied geschickt hat. Ich habe mich hingesetzt und diese Abfolge von G-Dur, E-Moll, C-Dur und D-Dur gespielt, und dann floss dieser Text aus mir heraus. In etwa 20 Minuten stand das Lied. Der Titel stammt übrigens von dem österreichischen Fotografen Joseph Gallus Rittenberg. Der hatte ein paar Tage zuvor zu mir gesagt: „Willy, deine nächste Platte muss ‚Isarflimmern’ heißen.“ Ich wusste zwar zu dem Zeitpunkt schon, dass meine nächste Platte „Ois is Blues“ heißen würde, aber als ich in Berchtesgaden auf dem Balkon gesessen bin, habe ich mich wieder an dieses Wort vom Rittenberg erinnert.

MAGDA: Gibt es ein Erlebnis am Fluss, das alles andere in den Schatten stellt?

Michl: Ja, das gibt es. Das war, als ich meine erste Heilige Pfeife gebastelt habe. Mit der bin ich runter zum Flaucher, und da habe ich sie geraucht. Auf der innersten der Kiesbänke, unter den Weiden. Das war meine erste Ceremony. Die Heilige Pfeife zu rauchen ist ein ziemlich altes Ritual der Menschen, um mit Gott in Verbindung zu treten. Erst viel später, als mir ein Lakota-Indianer das Wesen der Pfeifenzeremonie erklärt hat, wurde mir klar, was das Besondere an dieser ersten Zeremonie war: Sie ist niemals zu Ende gegangen. Denn eine Pfeifenzeremonie endet erst dann, wenn man den Pfeifenkopf vom Stiel trennt. Ich hab’ aber meine Pfeife nie auseinandergenommen. Ich bin überzeugt davon, wenn ich das jetzt täte, würde ich sterben. Das ist das bedeutendste Erlebnis, das ich an diesem Fluss je hatte. Natürlich habe ich da aber auch meinen ersten Kuss bekommen und die ersten Gitarrenakkorde gelernt – und dort wurde auch zum ersten Mal geliebt. Unter den Weiden.

MAGDA: Glauben Sie, der Fluss prägt die Menschen, die an ihm leben, in besonderer Weise?

Michl: Ja, zweifelsohne. Ich habe das zwar nicht genau erforscht, aber ich sehe, dass die Menschen am Fluss schon eine eigene Mentalität haben – das ist völlig egal, ob das jetzt an der Isar ist oder am Ganges oder am Jangtsekiang.

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Stets an Willy Michls Seite: Ehefrau Cora (Foto: Dominik Baur)

MAGDA: Sie sind der Erfinder des bayerischen Blues...

Michl: Ich bin nicht der Erfinder des bayerischen Blues. Ich bin nur der erste namhafte Künstler, der seine bairische Sprache mit amerikanischer Bluesmusik in eine homogene Verbindung gebracht hat.

MAGDA: Ist das Bairische in gewisser Weise prädestiniert für den Blues?

Michl: Die bairische Sprache ist eine sehr schöne Sprache, aber es gibt auch andere schöne Sprachen auf dieser Erde. Das Bairische nimmt mitunter auch die seltsamsten Formen an: Es gibt Dialekte in dieser Sprache, die muss man schon fast als Sprachfehler bezeichnen. Und ich würde jetzt nicht sagen, dass die eine oder andere Sprache besonders für den Blues geeignet ist. Wichtig war mir, dass die Sprache von den Leuten, für die man singt, verstanden werden kann. Das war der Grund für mich, Bairisch zu singen. This is the reason. Nothing else. Bei den deutschen Schlagern der damaligen Zeit ist uns ja sowieso übel geworden. Ich habe dann angefangen, was anderes zu singen, versucht, meinen Songs eine gewisse Poesie zu geben, für die man sich nicht zu genieren brauchte.

MAGDA: Wenn man an der Isar sitzt und ihrem Rauschen zuhört, packt einen dann der Blues oder ist das im Gegenteil die beste Medizin gegen den Blues?

Michl: Es ist die beste Medizin. Der Blues packt mich nicht am Fluss, sondern wenn ich nach Afghanistan schaue oder an den Jangtsekiang. Oder wenn ich an die Umweltverschmutzung denke.

MAGDA: Wann hat Sie – musikalisch gesehen – der Blues gepackt?

Michl: Mitte der Sechziger. Da gab’s zwei Jungs in der Nachbarschaft, den Maierhöfer Fredi und den Rosner Toni, und die hatten Tapes. Richtige alte Tonbänder. Da waren so Leute drauf wie Memphis Slim, Big Bill Broonzy, Howlin’ Wolf oder Bessie Smith. Diese Tapes kamen aus England. Denn ein gewisser Chris Barber hat diese Bluesbarden nach Europa geholt. In den USA gab es zu der Zeit Produzenten – wie zum Beispiel Ike Turner –, die sind von Ort zu Ort gezogen, um solche Blues-Sänger aufzunehmen – für eine Flasche Whisky und ein heißes Girl für zwei Tage.

MAGDA: Sie sind bekannt als der Isarindianer. Wird man Indianer oder ist man Indianer?

Michl: Ich glaube, das ist man von Geburt an. Wenn man geboren wird, dann erfasst einen dieser Geist. Das fühlt man. Im Laufe meines Lebens bin ich indigenen Menschen begegnet. Die haben mich in ihre Geisteswelt mit reingeholt. Und dann bist du plötzlich ein Teil des Heiligen Feuers; dann bist du ein Indianer genau wie sie. Da spielt es keine Rolle mehr, wo du herkommst und was du gemacht hast.

MAGDA: In dem bayerischen Fernsehklassiker „Irgendwie und Sowieso“ gibt es das schöne Zitat „Die Bayern sind doch auch Indianer, irgendwie“. Ist da was dran?

Michl: Franz Xaver Bogner, der Regisseur von „Irgendwie und Sowieso“, hat schon Recht. Wir haben uns viel über diese Themen unterhalten und sind uns da einig. Wenn ich zum Beispiel die Berchtesgadener anschaue, die haben schon etwas von einer indianischen Nation. In ihrer ganzen Wesentlichkeit. Natürlich sind sie Christen, weil so geboren und erzogen, aber in ihrer innersten Seele leben sie mit ihren Geistern in den Bergen, und das werden sie auch nie aufgeben.

MAGDA: Gleichzeitig schrecken viele Bayern nicht davor zurück, selbst das Sepperl-Image zu fördern, das ihnen anhaftet? Woran liegt das?

Michl: Das ist wahr. Das gibt es aber auch bei indigenen Leuten. Die haben auch ihre Trachtler. Und bei den Bayern gibt es zwei Typen von Menschen: Das eine sind weltoffene, freigeistige Leute, die die Kultur des „Leben und leben lassen“ pflegen. Aber dann gibt es auch die, die vollkommen benebelt sind. Die suchen nach ihrer Identität und versuchen dann natürlich besonders bayerisch zu sein.

MAGDA: Mir san mir...

Michl: Ja, genau. Solche Typen gibt’s eben; die haben wir von Anfang an verarscht und auf der Platte „I could cry vor lauter Bluus“ gesungen: „Wir kumma aus dem Isartal, die andern schlagma alle mal, und wenn ma fünf Mass trunka ham, hau ma die Kommunisten zamm.“ Aber die meisten Leute in Bayern sind schon sehr tolerant und freundlich.


MAGDA:
Sie sind ein sehr freiheitsliebender Mensch. Was ist Freiheit?

Michl: Freiheit hoaßt, koa Angst ham vor nix und neamand. Das ist von Konstantin Wecker, und das hat keiner je besser gesagt.

MAGDA: Wecker hat das Zitat in den Siebzigern dem „Willy“ in seinem gleichnamigen Lied in den Mund gelegt. Den kostet diese Freiheit jedoch kurz darauf das Leben. Ist der Preis der Freiheit manchmal ein hoher?

Michl: Ja, das kann passieren. Da muss man dann stärker sein – oder schneller.

MAGDA: Sie selbst sind auch als Musiker einen sehr ungewöhnlichen Weg gegangen – und haben Ihre Freiheit irgendwelchen Plattenverträgen vorgezogen...

Michl: Ralph Siegel hat mir einmal gesagt: Dich bewundern sie alle in der Branche. Ich hörte aber auch andere schon sagen: Du bist ein Idiot, weil du Multimillionär sein könntest, aber dich freiwillig dagegen entschieden hast.

MAGDA: Weshalb haben Sie sich dagegen entschieden?

Michl: Wegen der Respektlosigkeit jener, die meine Musik vermarktet haben und die 97 Prozent des Wertes einstrichen, den ich erschaffen habe. Das ist eine grundsätzliche Mentalität der Branche gegenüber den Lieferanten der Ware! Und das ist nicht mein Ding. Ich finde, man muss einen Künstler auch durch gute Bezahlung ehren. Da habe ich gesagt: Adios, Amigos!

MAGDA: Haben Sie das manchmal bereut?

Michl: Nicht eine Sekunde. Manchmal denk’ ich mir freilich: Das ist jetzt also der Lohn für all die Arbeit. Aber am Ende sag’ ich mir: Geil war’s.

MAGDA: Und dass Ihre Fans jetzt seit Jahrzehnten auf ein neues Album warten – ist das auch eine Folge dieser Unabhängigkeit?

Michl: Ach, die brauchen doch nur ins Konzert zu kommen. Ich spiele alle meine neuen Lieder live. Man muss nicht immer alles kaufen können. Aber keine Sorge: Ich bin dabei, bald wird es eine neue CD geben.

MAGDA: Wann?

Michl: Wartet es ab!

MAGDA: Gibt es noch andere Isarindianer außer Ihnen?

Michl: Viele! Hunderttausende! Millionen! Sie kleiden sich vielleicht ein bisschen anders, weil sie nicht unbedingt auffallen wollen. Aber sie essen und trinken, sie lieben, sie schlafen, sie arbeiten – sie leben nicht viel anders als ich. Und mir bringen sie Respekt entgegen für meinen Song.

MAGDA: Sie meinen„Isarflimmern“...

Michl: Genau. Das Lied lebt. Und das wird auch noch leben, wenn mein Geist mal zu den Sternen gegangen ist und ihr mich eines Tages vielleicht als eine Wolke am Himmel seht. Dann wird man dasitzen und sagen: Schau, da zieht der Willy vorbei. Man wird sich erinnern und sagen: Deads amoi des Liad raus!

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„Indianer ist man von Geburt an. Wenn man geboren wird, dann erfasst einen dieser Geist“ (Foto: Dominik Baur)


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