Wohlbedacht!

Wie ein Norddeutscher mittellosen Kambodschanern hilft

Von Claus-Peter Lieckfeld

Copyright: Rudi Houtrouw
Danke für den nächsten Monsun ohne nasse Schlafmatte (Foto: Rudi Houtrouw)

Rudi Houtrouw, 66, lebt in einem Bauernhaus, das sich bei Freiburg an der Elbe, eine Autofahrstunde nordwestlich von Hamburg, hinter den Deich duckt. Wenn er nicht gerade in Kambodscha unterwegs ist. Das war so zu Zeiten, als er noch für eine NGO namens Chimkriel Language School in der Kleinstadt Kampot im südöstlichen Kambodscha als Englischlehrer tätig war; und das ist bis heute so geblieben.

Dafür gibt es etliche Gründe. Der wohl wesentliche: Houtrouw fiel auf, dass die ländliche Bevölkerung im südlichen Kambodscha – bettelarm und von nicht geräumten Kriegsminen des Indochinakrieges verwundet – zwar durchaus noch die Technik beherrscht, mit Baustoffen der Region zweckmäßige Hütten zu bauen, es aber gleichwohl kaum zu notwendigen Reparaturen geschweige denn zu Neubauten kam.

Copyright: Rudi Houtrouw
Familienmutter vor einer Hütte, die den nächsten Monsun nicht überleben würde (Foto: Rudi Houtrouw)

Warum? „Die 350 Euro, die so ein Haus kostet – übrigens fast nur Materialkosten - kann eine Familie, die am Existenzminimum lebt oder noch darunter, nicht aufbringen.“

Dann fiel Houtrouw auf, dass es daheim in Nordniedersachsen durchaus Menschen gibt, die spenden würden, sofern sie sicher sein könnten, dass ihre Spende direkt und ohne Abzüge ankommt. Außerdem sieht (sieht im Wortsinne) der Spender gern, was aus seiner Gabe wird. Ein Einfamlienhaus für den Gegenwert einer Wochenend-Städtereise schien bisher etlichen Gebern  eine einleuchtende Sache. (Stand von Juli 2014: 17 neue Hütten für 78 Bewohner)

Copyright: Rudi Houtrouw
Bau eines neuen Hauses nach alten Mustern, mit heimischen Baustoffen und mit einigen Neuerungen: zum Beispiel Betonschuhen, die die tragenden Pfähle vor Verrottung schützen. Das "Paterre", also der Raum unter dem Pfahlhaus, dient meist als Küche und bei Bedarf – der ist fast immer gegeben – auch als zusätzlicher Wohnraum (Foto: Rudi Houtrouw)

Die Verbindung zwischen beidem – in Südostasien Bedarf und lokal erprobtes Know How, in Deutschland die Bereitschaft, projektbezogen und punktgenau zu spenden - stellt Houtrow nun schon seit drei Jahren her. In Kambodscha erkundet er mit Unterstützung eines Mitarbeiters von Chimkriel Language School, welche Familien am dringendsten einer neuen Bleibe bedürftig sind, etwa weil ihre Hütte akut einsturzgefährdet ist, oder weil einer verwitweten Mutter die Möglichkeiten fehlen, selbst kleinere Wartungsarbeiten auszuführen. Oder weil Aids-Waisen, nur von einer sehr alten Großmutter betreut, im Schlamm zu ersticken drohen.

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Wetterfester Neubau. Großmutter und Enkel bedanken sich („Orkun“ heißt „Danke“) beim Spender. Spender erhalten von Houtrouw obligatorisch einen fotodokumentarisch gestützten Kurzbericht über Fortgang und Ergebnis der Bauarbeiten (Foto: Rudi Houtrouw)

Die Spenden – jeweils für ein Haus 350 Euro – sammelt Houtrouw in Deutschland ein, überwacht den Bau vorort, sorgt dafür, dass die Spender exakt informiert werden, dokumentiert, was aus dem Geld wurde. In jedem Einzelfall ein Haus.

Interessenten – am besten potentielle Spender! – wenden sich an Rudi Houtrouw ruhou@web.de. Weitere Infos und viele Bilder gibt es in der Serie EIN HAUS FÜR KAMBODSCHA in den Rundbriefen des BUND der Region Cuxhaven/Stade (cuxbio.com); zum Beispiel der Monate Sept,Okt.,Nov. 2013  und ab Juni/Juli  2014


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